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Digitale Plattformen

11. Februar 2018 | Innovation

Wie digitale Plattformen Geschäfts-Modelle verändern.

Der Erfolg der am schnellsten wachsenden Unternehmen wie Google, Apple, Airbnb, Amazon und anderen basiert auf einem Plattform-Geschäftsmodell. Vielfach wird auch von einem neuen Ecosystem gesprochen, das die Art und Weise wie B2B und B2C-Unternehmen ihr Geschäft betreiben, völlig auf den Kopf stellt. Es sind disruptive Modelle, die damit auch die Kraft haben, ganze Wirtschaftszweige und die Wirtschaft insgesamt zu verändern. Unabhängig davon, ob es sich nun um Online-Shopping bei Amazon, sozialen Netzwerken wie Facebook, der Videoplattform YouTube, dem Musikportal Spotify, oder der Wohnungsbörse Airbnb handelt – digitale Plattformen haben längst eine dominante Funktion in Wirtschaft und privatem Alltag erreicht.

 

Was kennzeichnet Plattform-Geschäftsmodelle?

Plattform-Geschäftsmodelle schaffen viele positive Netzwerkeffekte, die jedem Nutzer eine Wertschöpfung bieten und damit dem betreibenden Unternehmen eine Art Pole Position ermöglichen. Plattform-Geschäftsmodelle:

  • Verkürzen Wertschöpfungsketten
  • Entwickeln Wertschöpfungsketten zu Wertschöpfungsnetzen
  • Schaffen einen Wissensvorsprung durch Daten

Dabei spielen zunächst das Plattform-Design und die technologische Infrastruktur eine zentrale Rolle, um Skalierungseffekte zu erzielen, die eine Voraussetzung für gesundes Wachstum darstellen.

  1. Nachfrageorientierte Skalierung
    Soziale Netzwerke, die Bedarfs- und Nachfragebündelung bzw. der Zugang und die Verfügbarkeit über Apps oder ergänzende Service-Leistungen schaffen nicht nur einen direkten Zugang, sondern auch
  2. Angebotsorientierte Skalierung
    Die Stückkosten für die Produktherstellung oder Leistungserstellung sinken, wenn die Anzahl der Produkte steigt. Diese nachhaltige Zusammenhang kann Unternehmen zu Kostenvorteilen
    verhelfen, die durch Wettbewerber kaum aufgeholt werden können.

Die zunehmende Adaption von Plattform-Geschäftsmodellen im B2B-Umfeld

Nach den Erfolgen der amerikanischen Konzerne, wird das Plattform-Geschäftsmodell längst global und branchen-spezifisch adaptiert. Im Gesundheitswesen wandeln sich aktuell Unternehmen wie Cohealo, Simply Ensured und Kaiser Permanente zum Plattformbetreiber, im Logistik- und Transportwesen sind es die Haier Group und Munchery, im Bereich Energy Unternehmen wie Nest, General Electric und EnerNOC. Aber auch Deutsche Startups, wie BlaBlaCar oder Foodpanda bauen Ihr Unternehmen auf einer Plattform-Strategie auf und aus. Letzteren fällt es in der Regel leichter, ein derartiges Plattform-Modell zu etablieren, da sie keine „Altlasten“ besitzen und bei Null anfangen. Bei etablierten Unternehmen hingegen mit ihren teils eingefahrenen und starren Organisationsstrukturen, langwierigen Prozessen und konventionellen Arbeitsweisen ist der Wandel deutlich schwieriger zu gestalten und ohne externe Unterstützung kaum zu gestalten.

Der Staat reguliert und schafft Ordnungsrahmen

Mit dem Grünbuch des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie sollen rechtliche, regulatorische Fragen identifiziert, definiert und strukturiert werden, die im Rahmen der Digitalisierung gestellt werden müssen. Ziel ist es, einen Ordnungsrahmen zu schaffen, der einerseits mehr Investitionen und Innovationen auf Grundlage eines fairen Wettbewerbs ermöglicht, andererseits aber auch individuelle und unternehmerische Grundrechte und Datensouveränität sichert. Der Erfolg oder Misserfolg bei der Bewältigung dieser Aufgabe entscheidet maßgeblich darüber, ob die Digitalisierung in der Breite von Wirtschaft und Gesellschaft gelingt, Akzeptanz erhält und als Chance genutzt wird.

Ein Klick auf die Abbildung öffnet das Grünbuch als PDF.